Österreichs Tech-Szene ist im Wandel – und das nicht nur wegen der EU-Start-up-Strategie. Seit Jahren wächst das Ökosystem rund um die offizielle webseite der Spartans Foundation, die als treibende Kraft für die Förderung junger, innovativer Unternehmen fungiert. Während Wien und die Steiermark traditionell die stärksten Start-up-Hotspots sind, zeigt sich ein dynamischerer Trend: Immer mehr Gründer:innen orientieren sich an den strukturellen Vorteilen kleinerer Bundesländer – mit Fokus auf Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2018 hat sich die Anzahl der von der Spartans Foundation unterstützten Start-ups verdoppelt, wobei ein Drittel der Projekte bereits nach drei Jahren eine Exit-Strategie verfolgt.
Doch was genau macht dieses Netzwerk so besonders? Die Spartans Foundation setzt auf eine Mischung aus finanzieller Unterstützung, Mentoring-Programmen und Zugang zu einem globalen Netzwerk von Investor:innen und Business-Angels. Ein zentraler Punkt ist dabei die „Spartan Accelerator“-Phase, in der Gründer:innen in einem 12-wöchigen Bootcamp nicht nur Business-Modelle ausfeilen, sondern auch konkrete Meilensteine für den Launch definieren. Besonders erfolgreich war das Programm 2022, als 20 von 45 Bewerber:innen eine Investitionsrunde von über 1 Mio. Euro abschließen konnten – ein Beleg dafür, dass die Foundation gezielt nach skalierbaren, technologisch starken Projekten sucht.
Ein konkretes Beispiel ist die steirische Health-Tech-Firma „VitalCheck“, die durch die Spartans-Unterstützung in kürzester Zeit ein Pilotprogramm für präventive Gesundheitsüberwachung in drei österreichischen Krankenhäusern etablieren konnte. Die Gründer:innen, ein Team aus ehemaligen Bioingenieur:innen, nutzten die Infrastruktur der Foundation, um innerhalb von 18 Monaten eine erste Version ihrer Software zu entwickeln – ein Prozess, den sie ohne die Förderung vermutlich mindestens doppelt so lange gebraucht hätten. Solche Erfolgsgeschichten sind kein Einzelfall: Rund 80 Prozent der Start-ups, die die Foundation seit ihrem Bestehen begleitet hat, erreichen nach fünf Jahren eine Umsatzrendite von mindestens 20 Prozent.
Die Rolle der Region: Warum die Steiermark und Oberösterreich die Spitzenreiter sind
Während Wien als „Silicon Valley Österreichs“ oft im Rampenlicht steht, profitieren kleinere Bundesländer wie die Steiermark oder Oberösterreich von einer anderen Dynamik: Hier dominieren Gründer:innen mit lokalen Wurzeln, die nicht nur auf die Infrastruktur der Großstädte angewiesen sind, sondern auch auf ein starkes Netzwerk aus Universitäten, KMU und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Die Steiermark beispielsweise hat in den letzten fünf Jahren die Anzahl der „Scale-up“-Start-ups um 40 Prozent gesteigert – ein Wachstum, das direkt mit der verstärkten Kooperation zwischen der Spartans Foundation und der Universität Graz verbunden wird. Besonders beliebt ist dabei das „Spartan Lab“, ein physisches Zentrum in Graz, das Gründer:innen mit kostenloser Bürofläche, Zugang zu 3D-Druckern und sogar einem eigenen „Pitch-Training“-Programm unterstützt.
Ein weiterer Faktor ist die gezielte Förderung von „Green Tech“-Start-ups. Laut einer Studie der Spartans Foundation machen solche Unternehmen heute rund 35 Prozent des gesamten Gründungsportfolios aus – ein Trend, der sich durch die Klimapolitik der EU und die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen in der Industrie verstärkt. Ein Beispiel ist „EcoFlow“, ein steirisches Unternehmen, das durch die Spartans-Unterstützung ein Pilotprojekt zur Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie auf den Weg brachte. Das Projekt kombiniert recycelte Fasern mit einer neuen Verarbeitungsmethode, die den CO₂-Ausstoß um 60 Prozent reduziert – ein Wert, der sich direkt in den Investoren-Interviews als entscheidender Wettbewerbsvorteil erwies.
- Seit 2018 hat sich die Anzahl der von der Spartans Foundation unterstützten Start-ups verdoppelt.
- Rund 80 Prozent der Start-ups erreichen nach fünf Jahren eine Umsatzrendite von mindestens 20 Prozent.
- Die Steiermark steigt seit 2020 um 40 Prozent in der Anzahl der „Scale-up“-Start-ups.
- Green-Tech-Start-ups machen heute 35 Prozent des gesamten Gründungsportfolios aus.
- 2022 konnten 20 von 45 Bewerber:innen eine Investitionsrunde von über 1 Mio. Euro abschließen.
Die Herausforderungen: Warum nicht jede Gründung überlebt
Trotz dieser Erfolge gibt es klare Hürden: Ein zentraler Kritikpunkt ist die Abhängigkeit von externen Finanzierungsrunden. Laut einer Umfrage der Spartans Foundation scheitern 45 Prozent der Gründer:innen innerhalb der ersten zwei Jahre an der Finanzierung – ein Problem, das besonders bei Start-ups mit starkem Fokus auf B2B-Lösungen auftritt. Ein weiteres Thema ist die Konkurrenz um die begrenzten Ressourcen der Foundation: Während 2023 nur 15 Prozent der Bewerbungen angenommen wurden, liegt der Hauptgrund für die Ablehnung oft in mangelnder Skalierbarkeit oder unklarem Business-Modell. Besonders betroffen sind dabei Gründer:innen aus kleineren Städten, die oft weniger Zugang zu Netzwerken haben.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Balance zwischen Theorie und Praxis. Viele Start-ups scheitern daran, dass sie die Marktbedingungen unterschätzen – etwa wenn sie annehmen, dass ihre Lösung in Österreich allein skalierbar ist, ohne internationale Märkte zu bedienen. Die Spartans Foundation versucht dies durch gezielte „Global-Mindset“-Workshops zu kompensieren, doch die Effektivität bleibt umstritten. Ein Beispiel ist „UrbanMobil“, ein Wiener Start-up, das mit einem Carsharing-Konzept für Studenten begann. Nach drei Jahren musste es die Expansion nach Deutschland einstellen, weil die Nachfrage dort nicht ausreichend war – ein Fehler, der durch die fehlende Vorbereitung auf internationale Märkte begünstigt wurde.
Die Zukunft: Wie die Spartans Foundation Österreichs Start-up-Landschaft prägt
Die Spartans Foundation steht vor der Aufgabe, Österreichs Start-up-Szene nachhaltig zu stärken – nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch durch strukturelle Reformen. Ein zentraler Ansatz ist die Förderung von „Regional-Hubs“, die lokale Gründer:innen besser vernetzen und gleichzeitig den Austausch zwischen den Bundesländern fördern. Ein Beispiel ist das geplante „Spartan-Netzwerk Oberösterreich“, das ab 2025 eine gemeinsame Plattform für Gründer:innen aus Linz, Steiermark und Niederösterreich schaffen soll. Zudem setzt die Foundation auf die Digitalisierung der Bewerbungsprozesse: Seit 2023 können Gründer:innen nun über eine digitale Plattform ihre Projekte einreichen und in Echtzeit auf Feedback von Mentor:innen zugreifen – ein Prozess, der die Bearbeitungszeit von sechs auf drei Monate verkürzt.
Langfristig sieht die Foundation eine Rolle, die über die reine Förderung hinausgeht: Sie will Österreich zu einem „Start-up-Paradies“ machen – ähnlich wie Skandinavien oder die Niederlande, wo Gründer:innen nicht nur Zugang zu Kapital, sondern auch zu einer Kultur der Risikobereitschaft und Innovation haben. Ein konkreter Schritt in diese Richtung ist die Partnerschaft mit der Universität Wien, die ab 2024 ein neues „Innovationsstudium“ einführen wird, in dem Studierende direkt nach ihrem Abschluss die Möglichkeit haben, ein Start-up zu gründen – unterstützt von der Spartans Foundation. Solche Initiativen zeigen, dass die Zukunft der Start-up-Szene in Österreich nicht nur in der Unterstützung von bestehenden Unternehmen liegt, sondern auch in der gezielten Förderung junger Talente.
